Montag, 23. April 2018
Meine Bewertung:

Das schräge O. - Rund um Oberhausen - Etappe 1

Das schräge O dient als Wegmarkierung - hier auf einem Baum
Mutta, hol mich vonne Zeche. Ich kann dat Schwatte nich mehr sehn!

So klingt das Ruhrgebiet – zumindest in allen Klischees. Und in eben diesen Klischees ist das Ruhrgebiet grau, dreckig und man kann dort kaum atmen.
Ich habe über 22 Jahre im Ruhrgebiet gelebt, bin dort geboren und kenne diese Klischees daher in- und auswendig.
Und ich muss zugeben: Manchmal stimmen sie auch noch.

Manchmal ist aber nicht immer und heutzutage macht es Spaß, das Ruhrgebiet zu entdecken. Vor einiger Zeit habe ich entdeckt, dass es, ähnlich die der Kölnpfad um Köln, einen Rundwanderweg um meine Heimatstadt Oberhausen gibt. An Ostersamstag habe ich mir endlich mal wieder meine Wanderschuhe geschnürt und habe die erste Etappe des Rund 65 km langen Rundwegs hinter mich gebracht, die passenderweise in unmittelbarer Nähe zu meinen Eltern, in Oberhausen Styrum, startet.

Nach einem kurzen Abstecher über den Friedhof wanderte ich los in Richtung Mülheim a.d. Ruhr. Vorbei an einem Sportplatz, auf dem gerade zwei kleine Fußballturniere stattfanden, durch den Puerto-Morazan-Park und weiter Richtung Mülheim Dümpten, durch ein paar kleine Straßen, bis ich schließlich an der Straße "Lepkesfeld" ankam, die genau auf der Stadtgrenze zwischen Oberhausen und Mülheim liegt.
Am Ende dieser Straße liegt der "Lepkeshof", einer der wenigen Obstanbaubetriebe auf Oberhausener Stadtgebiet. Im eigenen Hofladen lassen sich diverse regionale Obst- und Gemüseprodukte erwerben, die u.U. auch einen leckeren Wegproviant darstellen können.

Natur pur zwischen Oberhausen, Mülheim und Essen


Nachdem ich den Lepkeshof hinter mir gelassen hatte, führte mich der Weg kurze Zeit später entlang des Lepkesmühlenbachs durch eine schöne Parkanlage, die ich so im Städtedreieck zwischen Oberhausen, Mülheim und Essen nicht erwartet hatte. Gemütlich fließt der Bach in einigen Windungen durch den Park und an einer Stelle muss man diesen über gut platzierte Steine im Bachbett überqueren. Hier lässt es sich im Sommer bestimmt gut aushalten und Picknicken.


Ein Stück hinter dem Park betrat ich dann wieder mir bekanntes Terrain. Hier bin ich vor einigen Jahren des Öfteren gewesen, da meine damalige Freundin ihr Pferd auf einem nahe gelegenen Reiterhof stehen hatte. Wer hier eine Pause einlegen möchte, kann im "Gartenhaus Oberhausen" einkehren, das direkt am Wegesrand liegt.

Ca. 300 Meter verläuft der Weg nun parallel zu Bahngleisen, bevor man über die Ripshorster Straßenbrücke in Richtung Oberhausen Osterfeld wandert. An dieser Stelle hat man etwa die Hälfte des Weges hinter sich gebracht.
Von der Brücke aus hat man einen recht schönen Blick über den Gleispark Frintrop zur einen und über den noch recht neuen Brammenring Richtung CentrO zur anderen Seite. Zur Seite des Brammenrings wird zur Zeit sehr viel gebaut und die ehemalige Brache, auf der einst das Oberhausener Elektrostahlwerk stand, verwandelt sich mehr und mehr in ein Industriegebiet, auf der sich bereits einige große und bekannte Händler niedergelassen haben. Wer seine Tour hier beenden möchte, kann sich einfach am CentrO orientieren und von dort mit dem Bus oder der Bahn den Heimweg antreten.

Viel zu entdecken zwischen Haus Ripshorst und dem Bahnhof Osterfeld


Ich hingegen wanderte weiter und fand mich ein paar Minuten später an den großen Wiesen rund um das Haus Ripshorst wieder.
Im Haus, das mitten auf den Wiesen errichtet wurde, befindet sich das Informationszentrum des Emscherlandschaftsparks. Wer etwas Zeit mitbringt, kann sich die hier ansässige Dauerausstellung ansehen und hierbei vieles über die Emscher, deren Umgestaltung sowie interessante landschaftliche Themen lernen. Ich selbst war schon ein paar mal im Haus Ripshorst, weshalb ich hier heute keine Pause einlegte sondern direkt in Richtung Rhein-Herne-Kanal weiterwanderte.
Auf dem Weg dorthin bietet sich ein traumhafter Blick auf den "Zauberlehrling", einer 35 Meter hohen Skulptur, die einen tanzenden Strommasten zeigt und im Rahmen der Ausstellung "Emscherkunst" 2013 in der Nähe des Kanals errichtet wurde.


Den Rhein-Herne-Kanal überquerte ich an dieser Stelle über die Ripshorster Brücke. Einen kurzen Moment dachte ich an dieser Stelle an meine ehemalige Ruderzeit, in der ich unzählige Stunden auf dem Kanal verbracht habe.
Ein paar Meter weiter legte ich an der Brache Vondern eine kurze Pause ein. An dieser Stelle befand sich früher die Zeche Vondern, von der heute, abgesehen von ein paar ausgestellten Mauerresten am Wegesrand, nichts mehr zu sehen ist.

Nach der Pause unterquerte ich die A42, wanderte ein bisschen durch den kleinen, gemütlichen Stadtteil Vondern, vorbei am ehemaligen Konsum der Zeche bis zur Burg Vondern.
Die kleine, im 13. Jahrhundert erstmals erwähnte Burg kann heute für Hochzeiten sowie Seminare genutzt werden und beherbergt ein kleines Museum.
Der Weg führt neben der Burg weiter und verläuft parallel zu Rangierbahnhof Osterfeld, durch eine kleine Siedlung und eine angrenzende Grünfläche auf das Gelände des Rangierbahnhofs zu.
An ein paar Baucontainern verlässt man das Gelände (das übrigens über diesen Weg offiziell betreten werden darf) und unterquert die Gleise durch einen schmalen Tunnel.


Rund 1,5 km wanderte ich anschließend, erneut am Rangierbahnhof entlang, am Rande des Stadtteils Vonderort, bevor ich in Richtung des gleichnamigen Revierparks abbog.
Im Revierpark angekommen bietet ein großer Spielplatz ausreichend Fläche, damit auch mitwandernde Kinder auf Ihre Kosten kommen. Am Revierpark endete auch die erste Etappe des Oberhausen Rundwegs. Von dort aus kann man entweder mit dem Bus in Richtung Bottrop oder Oberhausen fahren oder aber auch noch einen entspannten Schluss der Wanderung im Solbad Vonderort genießen.

Fazit:

Eine klassische Stadtwanderung. Wer viel Natur, gemütliche Pfade und Ruhe erwartet, wird von dieser Art des Wanderns auf keinen Fall begeistert sein. Wer aber gern neue Ecken in vielleicht bekannten Städten entdecken möchte, für den eignen sich diese Touren optimal.
So habe auch ich, der lange Zeit selbst in Oberhausen gelebt hat, auf dieser Tour wieder einiges entdeckt, das ich bisher noch nicht kannte. Auch das Image, das Oberhausen in den vergangenen Monaten bei mir hinterlassen hat, wurde durch diese Stadtwanderung wieder etwas aufpoliert.
Sicherlich ist es keine schöne Stadt, aber es gibt doch mehr zu entdecken als so mancher zu glauben vermag. Ich freue mich schon sehr auf die nächste Etappe in den mir sehr unbekannten Oberhausener Norden und bin gespannt, was dieser zu bieten hat.
Die Fotos sind diesmal mit dem iPhone entstanden, bitte entschuldigt daher die nicht allzu gute Qualität.
Nun folgen die obligatorischen Bilder sowie die Tourenkarte.

Liebe Grüße,
Timo



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