Montag, 19. Februar 2018
Meine Bewertung:

Der Birgeler Urwald - Ein Herbstwandertraum

Ein hölzerner Steg führt durch ein Hochmoor. Links und rechts wachsen Bäume, die Sonne strahlt auf das gelbe Herbstlaub.Schande über mein Haupt! Bereits im letzten Beitrag (der immerhin auch schon wieder drei Wochen zurückliegt) habe ich mich darüber beklagt, dass ich bislang nicht wirklich Zeit fürs Wandern und Bloggen gefunden habe. Und nun, drei Wochen später, ist die Situation genau so unverändert - und das, obwohl ich mir im Jahresrückblick so sehr vorgenommen hatte, mir wieder mehr Zeit fürs Wandern zu nehmen. Bisher hat das ja noch nicht so gut geklappt :-(

Da ich also leider noch nichts neues erlebt habe, greife ich mal in die Mottenkiste und berichte euch in diesem Beitrag von einer Tour, die ich bereits im vergangenen Oktober gemacht habe.
Ich war im Birgeler Urwald.

Die Macht des Fernsehens


Immer wieder unterschätze ich, welche Macht der WDR hat.
Im Sommer letzten Jahres strahlte der Westdeutsche Rundfunk ein neues Sendungsformat namens „Lust auf Wandern“ aus. In dieser Sendung wanderte Moderator Marco Schreyl mit prominenten Gästen auf Rundwanderwegen in NRW und plaudert dabei über dies und das.
Die erste Sendung führte ihn und Sonya Kraus auf den Premium Wanderweg "Birgeler Urwald" im Kreis Heinsberg, dem westlichsten Premiumweg Deutschlands in unmittelbarer Nähe zur Niederländischen Grenze.
Die Wanderung schien mir im Fernsehen sehr vielversprechend und so entschied ich mich dazu, den Wanderweg selbst mal auszuprobieren.
Doch bereits bei meiner Ankunft in Wildenrath, einem Ortsteil von Wegberg, hatte ich die leise Vermutung, dass ich nicht der einzige Zuschauer der Sendung gewesen war, der den Birgeler Urwald interessant fand. Das großartige Wetter tat sein übriges dazu.

Der ausgewiesene Parkplatz an der NABU-Station "Haus Wildenrath" sowie die umliegenden Straßen waren bereits hoffnungslos zugeparkt, sodass ich mir einen alternativen Parkplatz am Anfang der Hochstraße, etwas weiter von der Wanderstrecke entfernt, suchen musste.
Nach etwa 5 Minuten Fußweg war ich dann am Wanderweg angekommen und wanderte los. Bereits nach kurzer Zeit fiel mir die Wegbeschaffenheit positiv auf, was sich im weiteren Verlauf der Tour noch mehr bestätigen sollte.


Die gesamte Tour ist reich an abwechslungsreicher Natur. So betrat ich nach wenigen Metern eine Art Holzsteg, der sich durch ein Hochmoor schlängelte. An dieser Stelle muss ich anmerken, dass ich nicht am eigentlichen Startpunkt der Tour angefangen habe und das ich diese entgegengesetzt der "normalen" Laufrichtung gewandert bin. Das wiederum ist mir aber auch erst später bewusst geworden.
Nach dem Hochmoor wanderte ich einige Zeit durch wunderschönen Herbstwald. Die Sonne tauchte den gesamten Wald in eine magische Atmosphäre, die man einfach genießen musste. Links und rechts des Weges wuchsen verschiedene Pilze, das Laub fiel von den Bäumen und die warme Luft des Spätsommers verleitete zum Träumen und zum "nicht mehr nach Hause wollen" – und das genau 10 Wochen vor Weihnachten.

Herbstliches Wälderwandern


Nach der waldigen Passage führt der sehr gut ausgeschilderte Wanderweg über einen alten Bahndamm, der an einem Campingplatz vorbeiführt und nach einigen Hundert Metern auf einer asphaltierten Straße endet. Ein weites Feld erstreckte sich vor mir, an dessen Rand ich langsam wieder zum nächsten Waldstück wanderte.


Die folgende, etwas hügeligere Passage erwies sich an deren Ende als Teil des ehemaligen Westwalls, der von 1938 bis 1940 zwischen Kleve und Basel errichtet wurde. Noch heute zeugen viel Gräben und teils erhaltene Bunker in dieser Gegend von der schrecklichen Vergangenheit.

Ein paar Gehminuten später entdeckte ich auf einer kleinen Anhöhe am Wegesrand eine kleine Kapelle. Ich stieg die Treppen zu dem hübschen Ziegelsteinbau hoch und entdeckte gleich die alten Grabsteine, die neben der Kapelle standen und zum Teil bereits mehr als zur Hälfte im Boden eingesunken waren. Leider konnte ich die Schrift auf den Steinen nicht lesen, jedoch schienen sie bereits ziemlich alt zu sein. Wenn ihr die Schrift auf dem Stein unten entziffern könnt und wisst, was dort steht, schreibts gern in die Kommentare.

Vom Kreuzweg zum Birgeler Pützchen


Nach einem kurzen Friedhofsrundgang verließ ich das Gelände wieder und wanderte weiter. Unmittelbar hinter der Friedhofskapelle wandelt sich der Weg zu einem Kreuzweg mit seinen prägnanten Fussfallstationen und führte mich direkt zum eigentlichen Highlight der Wanderung: Dem Birgeler Pützchen.
Das Pützchen ist eine uralte Marienwallfahrtsstätte, deren heutige Kapelle im Jahre 1850 errichtet wurde. Da das schmiedeeiserne Tor offen stand, trat ich ein um mir die Kapelle etwas näher anzusehen. Ich hatte gerade den zweiten Fuß in die Tür gesetzt, da fiel mir direkt die wohlige Wärme auf, die von den vielen Kerzen in der Kapelle abgegeben wurde.


Im Eingang befinden sich unzählige Schilder und Tafeln, die offenbar von Menschen dort angebracht wurden, denen das Pützchen in irgendeiner Weise geholfen hat. Ich selbst bin zwar kein gläubiger Mensch, respektiere jedoch, wenn Menschen an die Kraft Gottes glauben. Und ich gebe zu: Hätte ich gewusst, dass man dem Wasser, das man an der rechten Außenwand des Pützchens pumpen kann, heilende Kräfte, besonders für Augenleiden, nachsagt, hätte ich glatt meine Flasche damit voll gemacht.
Nun ja, ich war sicher nicht zuletzt dort, von daher ergibt sich sicher irgendwann nochmal die Gelegenheit.

Ich verließ das Pützchen nach einer kurzen Pause wieder und wanderte weiter, vorbei am Jugendzeltplatz, ein Stück über asphaltierte Straße, auf der ich zuerst die Abbiegung verpasst habe und schließlich weiter durch ruhigen und erholsamen Herbstwald.


Irgendwann dann kam ich am eigentlichen Startpunkt der Tour an: Der NABU-Station "Haus Wildenraht".
Besonders für Kinder ist die Station sehr interessant, da es neben Insektenhotels auch ein Naturerlebnisgelände mit Eseln hier zu bestaunen und entdecken gibt.

Das Haus Wildenrath ließ ich ebenfalls kurze Zeit später hinter mir und begann den Endspurt der Wanderung, denn bis zu meinem Ausgangspunkt war es nicht mehr weit.
Als ich erneut ein paar Holzstege vorfand, wusste ich, ich war (leider) wieder am Ziel angekommen.

Fazit:

Die Tour durch den Birgeler Urwald ist völlig zurecht ein Premium Wanderweg. Sehr gut ausgeschildert, abwechslungsreiche Landschaften sowie weitestgehend asphaltfreie Wege machen diese Wanderung zu einem richtigen Erlebnis für die ganze Familie. Von mir daher fünf Sterne für diese Tour sowie das Siegel "Tourentipp" - das Erste in diesem Jahr.
Nachfolgend, wie immer, noch ein paar (herbstliche) Impressionen sowie die Tourenkarte.

Falls ihr noch eine weitere Meinung lesen oder einfach mehr Impressionen zum Birgeler Urwald haben möchtet, möchte ich euch Thomas' Tourenbericht auf Trekkinglife.de sehr ans Herz legen.



Liebe Grüße,
Timo

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