Die PaderWanderung - Wandern an Deutschlands kürzestem Fluss | Rastlos - Der Wanderblog

Donnerstag, 2. November 2017
Meine Bewertung:

Die PaderWanderung - Wandern an Deutschlands kürzestem Fluss

EDie Östlichen Paderquellen sind von Bäumen umgeben. Im Hintergrund Fachwerkhäuser, eine Brücke führt über die PaderOh man, das hat jetzt aber wieder gedauert. Endlich komme ich mal wieder dazu, einen neuen Bericht über meine NRWTour zu schreiben. Dieser Bericht hat leider auf sich warten lassen, weil mir etwas passiert ist, dass ich mir mal wieder nicht erklären kann: Ich habe keine Bilder zu von dieser Tour. Offenbar befand sich an diesem Tag keine Speicherkarte in der Kamera, wobei ich jedoch keine Ahnung habe, wo die Karte sonst gewesen sein soll. Fakt ist aber: Ich hatte bislang keine Fotos. Karl Heinz Schäfer, dem Leiter des Paderborner Tourismusbüros, ist es zu verdanken, dass ich nun doch noch Fotos für diesen Bericht vorweisen kann.
Im Grunde ist Herrn Schäfer aber auch diese ganze Tour zu verdanken.

Im vergangenen Jahr schrieb er mich an und es entstand ein lockerer Kontakt, verbunden mit der Einladung, gemeinsam in Paderborn wandern zu gehen. Dieses Angebot nahm ich dann, im Rahmen meiner NRWTour, an und entschied mich für eine Stadtwanderung entlang der Pader.

4 km von der Quelle zur Mündung


Die Pader ist mit nur rund 4 km zwar der kürzeste Fluss Deutschlands, gleichzeitig aber auch der Fluss mit einer der ergiebigsten Quellen. Die über 200 kleineren Paderquellen liegen mitten in der Innenstadt und geben zusammen im Durchschnitt 5.000 Liter Wasser ab – pro Sekunde!
Somit erweckt die Pader den Eindruck, als entstünde der Fluss aus dem Nichts.
Eben in jenem Quellgebiet, zu Füßen der Abdinghofkirche, beginnt die PaderWanderung, ein frisch zertifizierter Qualitätswanderweg der Kategorie „Stadtwandern“.

Das Denkmal der Waschfrauen. 4 Waschfrauen aus Bronze waschen ihre Wäsche in der Pader.An den Ufern der Quellen laden satte Wiesen im Sommer zum Entspannen ein, was von den Paderborner Bürgern und Studenten nur allzu gern genutzt wird. Lebensgroße, bronzene Waschfrauen erinnern daran, dass früher an dieser Stelle in der Dammpader die Wäsche gewaschen wurde.
Wir wanderten los, am Ufer der Pader entlang, überquerten hierbei einige kleinere Brücken und erhaschten dann und wann kurze Blicke auf alte Wassermühlen. An der Brücke vor der Stümpelschen Mühle mit ihrem großen, schwarzen Mühlrad, fließen alle sechs Arme der Pader zusammen. Wir unterquerten den die Straße „Paderwall“, wobei an dieser Stelle Vorsicht geboten ist, da sich Fußgänger und Radfahrer hier gefährlich nahe kommen. Am rechten Ufer der Pader wanderten wir weiter und Herr Schäfer erzählte mir einiges über Paderborn, den Fluss und sich selbst.
Am Ende der Paderwiesen überquerten wir den Fürstenweg und wanderten weiter durch die Heinz-Nixdorf-Aue, die nach dem deutschen Computerpionier benannt ist, bis wir schließlich am Padersee ankamen.
Dieser künstlich angestaute See wird in den nächsten Jahren einer Renaturierungsmaßnahme  unterzogen, die die Pader um den See herumleitet. Dies dient u.a. zur Verbesserung der Gewässerqualität sowie dem besseren Transport von Sand und Kies. Wir konnten bereits einen Blick auf einen neu aufgeschütteten Damm werfen, der die Maßnahme bereits ankündigt und in Zukunft begehbar sein wird.


In einem Café am Ufer des Sees legten wir eine Pause ein und trafen uns dort mit Herbert Hoffmann, dem Geschäftsführer der touristischen Dachorganisation Paderborner Land. Ein sehr angenehmes Gespräch rund ums Wandern entstand zwischen uns dreien und wir merkten schnell, wie unterschiedlich Wanderinteressen sein können.

Nach einem Kaffee unterbrachen wir unsere Wanderung und fuhren mit Herrn Hoffmann zum Schloss Neuhaus, dem Stadtschloss von Paderborn.

Versailles in Paderborn


Auf dem Weg zum Barocken Schloss überquerten wir die Brücke der Residenzstraße und konnten von dort den Zusammenfluss von Pader und Lippe erkennen. An dieser Stelle mündet Deutschlands kürzester Fluss in NRWs längsten und trägt dabei mehr Wasser mit sich als die Lippe.
Wir wanderten weiter und standen wenige Augenblicke später im Innenhof des wunderschönen Barockschlosses Neuhaus, dass zu Paderborns Wahrzeichen zählt. Wenn man etwas genauer hinsieht, erkennt man die verschiedenen Baustile des Schlosses, dessen Bau mehr als 200 Jahre in Anspruch genommen hat. Heute beherbergt es ein Gymnasium – da gibt es wahrlich schlechtere Schulgebäude.

Wir ließen den Innenhof hinter uns und gingen in den Schlossgarten, der sich ebenfalls sehen lassen kann. Garten- und Wasserbaukunst vom Feinsten erwarten den Besucher hier, der sich Sommertags auch kulturelles oder einen Imbiss schmecken lassen kann.
Ganzjährig finden immer wieder verschiedene Feste im Schlossgarten statt.


Nach ein paar gemeinsamen Fotos beendeten wir unseren Schossbesuch auch schon wieder und wurde von Herrn Hoffmann in der Nähe der Rochuskapelle abgesetzt, an der wir unsere PaderWanderung weiter fortsetzten.

Freizeitspaß am Rande der Pader


Die Rochuskapelle in ihrer heutigen Form stammt aus dem Jahr 1767 und kann sich noch heute sehen lassen.
Über eine Holzbrücke überquerten wir die kleine Pader und gelangten wenig später an Bahngleise, die man leider nur mit einem kleinen Umweg überqueren kann. Dieser Umweg lohnt sich jedoch, da sich nach der Gleisüberquerung ein schönes Naherholungsgebiet vor uns auftat. Fischteiche zu unserer linken und ein Hochseil-Klettergarten zur rechten erlauben jung und alt, hier die freie Zeit zu genießen um entweder zu entspannen oder einen actionreichen Tag zu erleben. Auch für ganz junge Paderborner hat die Gegend um die Fischteiche einiges zu bieten: Boot-fahren mit Mama und Papa oder Sandburgen auf dem Wasserspielplatz bauen – all das ist hier möglich.
Mitten auf dem Spielplatz befindet sich ein s.g. artesischer Brunnen, der die Fischteiche größtenteils mit Wasser versorgt. Wer hier eine Pause einlegen will, kann dies im nahegelegenen Restaurant tun.

Wir wanderten weiter, kreuzten dabei einige Straßen und nochmals die Bahngleise, bis wir schließlich am Paderborner Schützenplatz ankamen.
Große Schützenhallen und ein weitläufiges Gelände bieten den Paderborner Bürgerschützen hier ein optimales Plätzchen für Schützenfeste uvm. Jedes Jahr im September findet zudem mit der „Paderborn Challenge“ ein großes und bekanntes Reitturnier auf dem Platz statt. Auch hier lädt ein Restaurant zur Einkehr ein.


Vorbei am Rolandsbad wanderten wir über den Dr.-Auffenberg-Weg wieder zurück in Richtung Paderborner Innenstadt.

Kurz vor dem Ziel der Wanderung, der Stadtbibliothek, kamen wir noch am Padeborner Sagenturm vorbei, einem Bronzekunstwerk, das im Jahre 1989 geschaffen wurde und eine je eine Kurzfassung der fünf Paderborner Sagen darstellt.
Schmucke Fachwerkhäuser säumten zum Schluss unserer Wanderung unseren Weg, der uns schlussendlich zu den östlichen Paderquellen und zur Dielenpader brachte.
An dieser Stelle bietet sich die Paderborner Altstadt zu einer zünftigen Schlusseinkehr an.


Fazit


Das grüne Logo mit der Aufschrift "Pader Wanderung Pader Erleben"
Die PaderWanderung symbolisiert eine typische Stadtwanderung und zeigt schöne und weniger schöne Stellen von Paderborn auf. Naturbelassene Pfade oder wilde Waldwege sucht man vergebens, jedoch sollte man diese bei einer Stadtwanderung so oder so nicht erwarten. Die dennoch sorgfältig gewählten Wege sind durchweg sehr gut ausgeschildert und an interessanten Stellen mit Infotafeln und Erklärungen versehen. Eine ebenfalls markierte Querverbindung erlaubt auch eine kürzere Version der Tour zu erwandern.
Extra für die PaderWanderung wurde ein fast 100-seitiger Wanderführer geschaffen, der über eine ausführliche Wegbeschreibung verfügt und die Highlights und Sehenswürdigkeiten erklärt.
Vier Einkehrmöglichkeiten direkt am Wegesrand sowie die Altstadt bieten genug Verpflegung, um die rund 12 km lange Tour an einem halben Tag und mit nur kleinem Rucksack gemütlich zu erwandern.
Ausführliche Informationen zur PaderWanderung erhaltet ihr an der Tourist-Information Paderborn, wo ihr auch den oben beschrieben Wanderführer käuflich erwerben könnt, und natürlich auf der Website der Tourist-Information.
Wer danach noch nicht müde sein sollte, kann sich zusätzlich noch an den zahlreichen GeoCaching-Touren ausprobieren, die die Stadt Paderborn anbietet. Hier findet ihr weitere Informationen.

An diese Stelle möchte ich noch einmal Herrn Schäfer danken, dass er mich auf der Tour begleitet und mich mit allerlei Informationen und dem Wanderführer versorgt hat.



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