Trinken beim Wandern - Tipps und wie ich das Problem gelöst habe | Rastlos - Der Wanderblog

Mittwoch, 14. Juni 2017

Trinken beim Wandern - Tipps und wie ich das Problem gelöst habe

Eine Frau und ein Mann trinken jeweils aus einer Wasserflasche"Viel trinken ist wichtig". Der Satz könnte in dieser Form sowohl von meiner Mutter als auch aus einem Medizin-Lehrbuch stammen. Der Inhalt aber ist nicht zu unterschätzen. Viel trinken ist und bleibt wichtig - besonders beim Wandern und ganz besonders dann, wenn die Tour mal nicht nur durch flache Gebiete geht.

Unser Körper besteht zu 60% aus Wasser. Wasser ist unser Lebenselixier. Ohne Nahrung kann der Mensch über längere Zeit auskommen, ohne Wasser aber nur wenige Tage. Genau deswegen ist es umso wichtiger, dass wir regelmäßig Flüssigkeit zu uns nehmen - erst recht dann, wenn wir uns anstrengen. Ich weiß aus eigener Erfahrung, dass es schwer sein kann, regelmäßig und ausreichend zu trinken. Vor einiger Zeit hab ich mir daher überlegt, was ich verändern kann, damit ich auch unterwegs auf Tour ausreichend Wasser zu mir nehme.
Es ist mir einmal passiert, dass ich bei sengender Hitze irgendwo im Nirgendwo stand und mich mit meinem Wasservorrat (und dem Wetter) total verschätzt habe. Das Ergebnis: Die Trinkflasche war leer und keine Auffüllmöglichkeit in Sicht. Ich gebe zu, dass eine gewisse Panik in mir aufstieg. Und da habe ich mir geschworen: Das passiert dir nie wieder!
Seither habe ich mich immer mal wieder mit dem Trinken auf Tour beschäftigt und möchte euch in diesem Beitrag erläutern, was ich gegen den Durst tue.

Das richtige Trinksystem


Ein blauer Kunststoffbeutel, von dem ein Schlauch zu einem Mundstück führt
Eine Trinkblase
Nach der Erfahrung, bei praller Hitze ohne Wasser darzustellen, habe ich mir als erstes eine Trinkblase gekauft. Trinkblasen sind Kunststoffbeutel, die sich im Rucksack befinden und von denen ein Schlauch nach außen führt. Am Ende des Schlauches befindet sich ein Mundstück, mit dem man bequem und ohne anzuhalten ständig etwas Wasser zu sich nehmen kann. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass es eine größere Hürde darstellt, wenn man zum Trinken erst anhalten und u.U. den halben Rucksack auspacken muss, als wenn man bequem und ohne anzuhalten immer mal wieder ein Schlückchen nehmen kann. Trinkblasen gibt es mit verschiedenen Fassungsvermögen und von diversen Herstellern. Eine Auswahl verschiedener Trinkblasen findet ihr weiter unten.
Seit zwei Jahren begleitet mich nun treu eines der günstigeren Modelle, mit dem ich bisher keinerlei Probleme hatte. Lediglich die Reinigung nach dem Gebrauch ist etwas aufwändiger als bei einer einfachen Trinkfasche, da man sie nicht so einfach offen stehen lassen kann.
Mit der Zeit habe ich mir jedoch einen einfachen Trick einfallen lassen, wie ich meine Trinkblase nach dem Gebrauch wieder trocken bekomme. Wie ich das mache, lest ihr am Ende der Seite.

Vor dem trocknen aber kommt der erstmal Gebrauch. Meine Trinkblase fasst genau 1 Liter. An warmen Tagen oder wenn die Tour länger wird, nehme ich zusätzlich meine Trinkflasche als Reserve mit, die einen weiteren Liter fasst. Wenn ich absehen kann, dass ich meine Trinkblase unterwegs auffüllen kann, lasse ich die Reserveflasche aber auch mal zuhause.

Wo kann ich unterwegs kostenlos Wasser bekommen?


Auffüllen kann man seine Getränkebehälter bspw. in Gaststätten/Retaurants, öffentlichen Toiletten (natürlich am Waschbecken) oder aber auf Friedhöfen. Friedhöfe bieten meist Frischwasserhähne, die eigentlich zum Auffüllen von Gießkannen gedacht sind - aber warum nicht auch als Trinkwasser nutzen?!
Eine rote Aluminiumflasche mit einem schwarzen Schraubverschluss
Eine Flasche aus Aluminium
Fließende Gewässer außerhalb der Reichweite von Landwirtschaft und Bebauung gehen auch, sind in NRW jedoch recht selten. Direkt aus einer Quelle geht in jedoch eigentlich immer, sofern nicht direkt ein Chemiewerk daneben angesiedelt ist.
Ich habe häufig einen kleinen Wasserfilter der Marke Sawyer im Rucksack, mit dem man ich fließende Gewässer noch einmal filtere, bevor ich das Wasser trinke. Dieser Hohlfasermembran-Filter kostet im Schnitt 30-40€ und hat eine Filterleistung von mehr als 370.000(!) Litern. Im Grunde kann man sagen, dass der Filter ein Leben lang hält. Man sollte jedoch beachten, dass der Filter, aufgrund der Porengröße von 0.1 Micron, keine Viren, gelöste Salze oder Schwermetalle aus dem Wasser filtert.

Die Alternative zur Trinkblase ist die altbekannte Trinkflasche, die ich als Reserve nutze. Flaschen gibt es in verschiedenen Materialien wie bspw. Glas, Aluminium oder Kunststoff. Zum Wandern werden meist Aluminiumflaschen verwendet, die Kunststoffgefäßen gegenüber den Vorteil haben, dass sie vollkommen Geschmacksneutral sind.
Im Gegensatz zur Trinkblase vertragen Flaschen auch mal zuckerhaltige Getränke, ohne dass sie gleich verklebt (Stichwort Reinigung) oder den Geschmack annimmt. Da ich unterwegs nur stilles Mineralwasser trinke, habe ich diese Probleme jedoch sowieso nicht. Flaschen aus Aluminium sind extrem Stabil, sind vom Gewicht ausgehend dazu noch sehr leicht. Ein klarer Vorteil gegenüber Flaschen aus Glas. Aluminiumflaschen sind in verschiedenen Preisklassen überall im Handel erhältlich.

Was und wie viel sollte ich beim Wandern trinken?


Über die Frage, was man auf Tour am besten trinken sollte, streiten sich die Gelehrten. Man ist sich jedoch einig, dass es keine zu süßen Getränke wie Cola oder Limonaden sein sollten, da diese den Durst nur verstärken.
Viel mehr sollte man auf Mineralwasser oder Fruchtschorlen (am besten selbst gemacht) zurückgreifen. Wasser ist die Flüssigkeit, die vom Körper am einfachsten und schnellsten aufgenommen werden kann, da nicht erst Zucker oder sonstige Inhaltsstoffe abgetrennt werden müssen. Wem reines Wasser aber gar nicht zusagt, kann auf die eben erwähnten Schorlen zurückgreifen.
Um den Elektrolythaushalt bei besonders anstrengenden Touren aufrecht zu erhalten, bieten sich auch spezielle Sportdrinks an, die man jedoch nur in Maßen zwischendurch konsumieren sollte.
Das allerwichtigste ist aber: Das was du trinkst, muss dir schmecken! Denn jeder weiß, dass man nichts gern isst oder trinkt, was nicht schmeckt.
Ein weiterer, wichtiger Tipp: Trinken bevor man durst hat! Immer mal wieder kleine Schlucke sind besser und wirksamer, als einmal ein großer! Je nach Wetter und Anspruch der Tour sollten das zusammen dann mind. 2-3 Liter am Tag ergeben.

Habt ihr noch mehr Tipps, wie ihr beim Wandern ausreichend trinkt oder wisst ihr, wo man seinen Wasservorrat sonst noch auffüllen kann? Dann schreibts gern in die Kommentare.

Wie bekomme ich meine Trinkblase trocken?


Um die Trinkblase von innen zu trocknen nehme ich ein Blatt Küchenpapier und reiße es in kleiner Stücke, die ich dann zu kleinen Kügelchen zusammenrolle. Diese Kügelchen fülle ich dann in die Blase, verschließe sie und puste durch den Schlauch Luft hinein, bis sie sich soweit aufgebläht hat, dass sie keine Falten wirft.

Anschließend verschließe ich das Mundstück wieder, damit die Luft nicht entweicht.

Danach 1-2 Minuten schütteln und der größte Teil des Restwassers ist vom Küchenpapier aufgesaugt worden.
Um den Rest schließlich zu trocknen klemme ich einfach ein Stück einer Papprolle (z.B. von einer Toilettenpapierrolle) in die Öffnung, damit die Luft zirkulieren und die Restfeuchtigkeit trocknen kann.

Liebe Grüße,
Timo

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