Auf der Schwarzpulverroute in Odenthal | Rastlos - Der Wanderblog

Freitag, 24. Februar 2017
Meine Bewertung:

Auf der Schwarzpulverroute in Odenthal

Ein schwarzes Blechschild mit einem verschnörkelten, weißen P darauf. Das P ist von einem Viereck umrandet und das Blechschild auf einem Holzpfosten befestigt
"Entweder gehst du heute Wandern oder in diesem Monat gar nicht mehr!" - das war mein Gedanke am vergangenen Sonntagmorgen, als ich von überraschend lautem Vogelgezwitscher vor meinem Fenster geweckt wurde. Der Blick auf die Uhr verriet mir die Uhrzeit: 8: 15 Uhr - Perfekt!
Also schnell aufgestanden, ein paar Sachen zusammengepackt, eine Tour rausgesucht und währenddessen schnell gefrühstückt, Rundumschlag im Bad und schon saß ich um 9:20 Uhr im Auto auf dem Weg nach Odenthal. Der Wetterbericht schrieb irgendwas von Regen am Nachmittag, sodass ich mich für die ca. 8 km lange Schwarzpulverroute entschied, die ich bis dahin locker geschafft haben sollte.
In Odenthal auf dem Wanderparkplatz Schöllerhof angekommen kam mir sofort ein Gedanke "Die Idee, Vormittags raus zu gehen, hatten offenbar auch andere". Innerhalb von den 5 Minuten, in denen ich mich auf dem Parkplatz fertig gemacht habe, kamen sicher 12-15 weitere Autos mit Naturbegeisterten Leuten angefahren, die offenbar alle noch ein bisschen frische Luft tanken wollten.
Die Tatsache, dass an diesem Parkplatz aber verschiedene Wander- und Radtouren Ihren Anfang haben, besänftigte meine Gedanken dahingehend, dass die Route bestimmt nicht überlaufen sein wird.
Und das war sie dann auch nicht.

Ein Waldweg führt an riesigen Bäumen vorbei, die wie eine Wand wirken
Eine Wand aus Bäumen
Es muss ziemlich häufig geknallt und gerumst haben - damals, in den Schwarzpulvermühlen im Helenenthal, das so abgeschieden liegt, dass es sich für die Schwarzpulverherstellung bestens eignet. Einige Wälle und ein altes Fachwerkhaus, das früher als Bürogebäude diente, zeugen noch heute von der ehemaligen Nutzung.

Kleine Quellen und große Bäche


Am Fachwerkhaus teilt sich der Weg und ich entschied mich, nach links zu wandern. Mehrere Kilometer immer entlang der Dhün, die ich von meiner Wanderung durch Leverkusen Schlebusch noch in nicht allzu guter Erinnerung hatte, wanderte ich durch ein schönes Waldgebiet, das von kleinen Bächen und Wasserläufen nur so durchzogen ist, vorbei an alten Mauerresten und einem Quellbrunnen bis zur Straße "In der Aue", an der man die Dhün zum ersten Mal überquert.
Immer weiter entlang des Flusses, der später in die Wupper mündet folgte ich dem durchgängig markierten Weg, der durch ein weißes "P" auf schwarzem Grund gut zu erkennen ist. Mit diesem Zeichen waren übrigens früher die Pulvertransporte gekennzeichnet.
Über eine kleine, schmale Brücke, der ich nicht wirklich trauen wollte, überquerte ich die Dhün ein zweites Mal um kurz danach an einer Schutzhütte eine kleine Pause einzulegen.
Während der Pause setzten sich ein paar nette, ältere Herrschaften in die Hütte, denen ich amüsiert zusah, wie sie, als erste Amtshandlung, aus Ihren Jackentaschen je einen kleinen Kräuterschnaps hervorholten und diesen genüsslich zu sich nahmen. Wir kamen ein wenig ins Gespräch bevor ich mich wieder auf die Socken machte.
Kurz vor dem Ort "Hüttchen" wanderte ich auf dem asphaltierten "Groß Grimberger Weg" bis zu einem Hof, vor dem ich dann aber auf einen Feldweg abbog. Der Himmel klarte auf und von diesem Feldweg aus ließ ich meinen Blick über die schöne Landschaft schweifen.
Noch ein paar mal rechts und links und so folgte ich anschließemd dem Weg bis zu einem serpentinenartigen Abstieg, der mich wieder zu dem alten Fachwerkhaus brachte, von wo aus ich dem bereits bekannten Weg wieder zum Ausgangspunkt, dem Parkplatz Schöllerhof, folgte.

Ein Kurztripp zum Altenberger Dom


Vom Parkplatz aus erreicht man in etwa 3 Minuten den bekannten Altenberger Dom, dem man sich durchaus mal ansehen kann und dem auch ich auf dem Rückweg einen Besuch abstattete.
Neben dem lichtdurchfluteten Kirchenschiff begeistert vor allem das beeindruckend große Westfenster, das etwa um das Jahr 1400 fertiggestellt wurde und noch heute das größte Bleiglasfenster nördlich der Alpen ist.


Wer, wie ich, keine Lust auf den kostenpflichtigen Parkplatz direkt neben dem Dom hat dem empfehle ich den kostenfreien Wanderparkplatz am Bülsberger Weg. Dieser liegt etwa 3-4 Gehminuten oberhalb des Doms und ist durch eine Fußgängerunterführung wunderbar mit dem Dom verbunden. Ein paar Gaststätten direkt am Dom laden dann letztlich noch dazu ein, die Wanderung ausklingen zu lassen.

Auch wenn ich zu dieser Tour nicht allzu viel Text schreiben kann, so ist sie doch mal wieder eine richtig schöne Rundwanderung gewesen, die ich jedem sehr ans Herz legen kann. Dem entsprechend für mich ganz klar wieder mal ein Tourentipp.
Neben weiteren Fotos, die wie immer nach diesem Text zu finden sind findet ihr auf meinem Youtube-Kanal auch noch ein Video zu dieser Wanderung in dem auch ich mal kurz durchs Bild laufe.




Die GPX-Datei für euer GPS-Gerät könnt ihr hier herunterladen.

Liebe Grüße,
Timo

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