Der Unterschied zwischen wandern und spazieren oder: Ein bisschen Laienphilosophie | Rastlos - Der Wanderblog

Freitag, 5. Februar 2016

Der Unterschied zwischen wandern und spazieren oder: Ein bisschen Laienphilosophie

Links sind Gartenschuhe aus Gummi in verschiedenen Farben, rechts ein paar dunkle Wanderschuhe
Zugegeben, dass Wetter ist zur Zeit nicht ganz optimal um Wandern zu gehen. Ich möchte mich mit dieser Aussage jetzt keineswegs als "Schönwetterwanderer" darstellen, ich sage lediglich, dass es schöneres Wetter und angenehmere Jahreszeiten gibt, um der Wanderlust nachzugehen. Da nutze ich diese Zeit doch einfach für ein Experiment und versuche mal herauszufinden, wie viel philosophischer Geist in mir steckt. Vorab muss ich sagen, dass ich mir über das Thema bislang so gut wie keine Gedanken gemacht habe und daher alles, was in diesem Text steht, spontan und aus dem Bauch heraus kommt. So zu sagen nutze ich meine Blog in diesem Posting mal als Tagebuch und schreibe das auf, was mir gerade in den Sinn kommt.



Thematisch möchte ich mich heute mal mit dem Unterschied zwischen spazieren und wandern beschäftigen. Ich habe mir zwar schon des Öfteren die Frage gestellt, wo hier genau der Unterschied liegt, näher darüber nachgedacht habe ich aber noch nie. Heute ist es dann halt eben so weit. 
Was also ist der Unterschied zwischen wandern und spazieren gehen? Ich glaube, es ist erstmal einfacher, die Gemeinsamkeiten zu suchen: Beides findet draußen statt, bei beidem bewegt man sich laufend bzw. zu Fuß fort und bei beidem ist das Tempo eher gemäßigt statt rasend. Beides ist schöner, wenn man sich im Grünen fortbewegt statt neben einer Straße her zu laufen und beides kann man sowohl allein als auch mit mehreren Personen durchführen. Das sind die Gemeinsamkeiten, die mir jetzt spontan einfallen. Die Unterschiede zu finde wird da wohl etwas schwerer. Das Erste, was mir dazu einfällt ist erstmal die Entfernung. Ich denke, das Wanderungen länger dauern als Spaziergänge. Letztere sind eher spontan und werden meist dem den aktuellen Standort herum durchgeführt. Die Wege sind kürzer und meist bekannt, der Erholungsfaktor meist geringer, was sicher auch der kürzeren Strecke geschuldet ist. Ich persönlich denke, wenn ich hier gerade über Spaziergänge schreibe, an ein Relikt aus meiner Kindheit: die Platzrunde. 
Wir hatten früher einen Campingplatz und zum festen Bestandteil gehörte es, spätestens jeden zweiten Abend eine Runde über "den Platz" zu gehen. Dabei ging man meist durch jeden der damals noch 9 Wege und grüßte hier und da die bekannten Gesichter, die einem über den Weg liefen. Bequeme Kleidung (meist ein Trainingsanzug) und die klassischen Campingschuhe, bei uns "Jollis" genannt, (wohl besser bekannt als Gartenschuhe aus Gummi) gehörten zur Pflichtausstattung. Die Platzrunde dauerte meist ca. 20 Minuten und endete fast immer mit einem kühlen Bierchen auf der heimischen Terrasse oder im Vorzelt eines Nachbarn. Irgendwo stand immer ein kühles Blondes bereit. Das ist für mich ein klassischer Spaziergang: Spontan, ohne Vorplanung und Ziellos.

Eine Wanderung hingegen ist in meinen Augen da schon eine ganz andere Hausnummer. Die meisten Wanderer haben sicher mal klein, als Spaziergänger, angefangen und sich dann peu à peu weiterentwickelt. Eine Wanderung kann von einer Tages- bis Monatstour alles umfassen. Ebenso sind Rund- und Fernwanderungen möglich. Der längste Fernwanderweg Europas ist bspw. der E4, welcher auf sagenhaften 10.450 km von Portugal durch Spanien und Deutschland führt und nach einer Schleife durch Osteuropa auf Zypern endet. Kann man komplett machen, muss man aber nicht unbedingt. Zugegeben, dass ist wirklich schon extrem. Fernwandern geht auch kürzer auf diversen anderen Wanderwegen, wie bspw. dem Rheinsteig, dem Saar-Hunsrücksteig uva.
Wandern verlangt eine gewisse Kondition, eine anständige Ausrüstung und allem voran natürlich geeignete Schuhe. Diese sind eine Wissenschaft für sich und jeder hat so seinen eigenen Favoriten in Sachen Marke, Preis, Material usw. Ich bspw. bin seit etwa einem Jahr zufriedener Meindl-Kunde und kann mich über den Schuh (Minnesota GTX) bisher nicht negativ äußern.
Ich habe mal irgendwo gelesen, dass Sportmediziner dem Wandern auch eine gewisse sportliche Mindestgeschwindigkeit abverlangen, mit der man sich fortbewegt. Demnach müssen es schon 5-6 km/h sein, um aus medizinischer Sicht von wandern reden zu können. Der durchschnittlicher Mittelgebirgswanderer hingegen läuft meist in einem Tempo von 3-5 km/h und liegt daher unter der sportmedizinischen Definition.
Nichts desto trotz, meiner Meinung nach kommt es nicht auf die Strecke, auch nicht auf die Geschwindigkeit oder die zurückgelegte Höhendifferenz an. Das wichtigste ist der Spaß - egal ob beim kurzen Spaziergang oder bei einer längen Wanderung.

Ein älteres Ehepaar, das Arm in Arm über eine Straße geht. Rechts und links der Straße sind grüne Wiesen und ein paar Bäume
Egal ob wandern oder spazieren - Hauptsache man hat Spaß dabei

Wenn mir zu diesem Thema eines Tages mal noch mehr einfällt, editiere ich diesen Post sicher mal. Bis dahin wünsche ich euch viel Spaß bei euren Freizeitaktivitäten und verbleibe

mit lieben Grüßen,
Timo Krause

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