Unterwegs zwischen Franzhäuschen und Wahnbachtalsperre | Rastlos - Der Wanderblog

Montag, 5. Oktober 2015
Meine Bewertung:

Unterwegs zwischen Franzhäuschen und Wahnbachtalsperre

Der "Tag der deutschen Einheit" lockte in diesem Jahr mit fantastischem, spätsommerlichem Oktoberwetter. Dieses Wetter musste einfach genutzt werden und so ging es wieder einmal zur Wahnbachtalsperre. Am 16. August hatte ich euch hier bereits von meinem ersten Ausflug dorthin berichtet und ich schrieb, dass ich dort nochmals hin muss. Am 03.10. war es also soweit und gemeinsam mit meiner Familie zog es mich mal wieder ins schöne bergische Land.
Die Wanderung begann am Parkplatz "Franzhäuschen" in Lohmar. Dort angekommen wurde in uns schnell der Eindruck erweckt, als wäre ganz Lohmar und Umgebung auf den Beinen. Dieser Eindruck erwies sich jedoch später als nicht korrekt, da uns weniger Leute begegneten als erwartet. Die jedoch, die uns begegnet sind, waren irgendwie witzig anzusehen, dazu jedoch später mehr.
Der vor uns liegende, rund 7,2 km "lange" Rundkurs war nahezu perfekt für diesen Tag. Da meine Familie über nicht ganz so viel Wanderroutine verfügt, haben wir bewusst eine etwas kleinere Distanz gewählt, damit diese für alle Mitwanderer auch leicht zu schaffen ist.

Etwa 2 km führt der Weg zu Beginn der Wanderung durch den Wald, bis man an einen Abstieg kommt, der einen auf etwa 300 Metern 70 Höhenmeter verlieren lässt. Am Ende dieses Abstieges fanden wir uns auf der "Talsperrenstraße" wieder, die wir jedoch nach nur wenigen Schritten wieder verließen indem wir nach links auf einen Friedhof abbogen und diesen Talwärts überquerten. Ganz unten angekommen steht man inmitten des kleinen Örtchens Seligenthal, welcher eigentlich ein Stadtteil der Kreisstadt Siegburg ist. Seligenthal wird einmal im Jahr, am 16. August, zum Wallfahrtsort. An diesem Tag steht die im Jahre 1709 erbaute "Rochuskapelle" im Mittelpunkt. Diese Kapelle ist jedoch nicht das einzige göttliche Highlight in dem kleinen, fast verschlafen wirkenden Ort. Seligenthal verfügt ganz nebenbei über die älteste Franziskanerkirche nördlich der Alpen - das Kloster Seligenthal, Gründungsjahr 1231.
Wahnbachtalsperre
Blick über die Wahnbachtalsperre
Nach einem schnellen Blick in die, für eine Hochzeit hergerichtete Kirche, verließen wir Seligenthal recht schnell wieder, indem wir den Wahnbach auf einer kleinen Brücke hinter einem Spielplatz überquerten. Kurz hinter der Brücke, etwas oberhalb der Klosterkirche, entdeckten wir das "Johannesbrünnchen", ein altes Pilgerziel, welches einst wohl auch ein Ziel viele Wallfahrer gewesen sein muss. Eine Infotafel erklärt die Bedeutung, die dieser sagenumwogene Ort einst gehabt haben soll. Demnach trat hier einst Wasser mit heilenden Kräften aus dem Fels. Heute ist die Quelle wohl versiegt und übrig geblieben ist ein kleines Gitter in der Felswand, davor eine nicht weiter erwähnenswerte, braune Brühe. Weiter ging es, immer weiter durch den Wald, bis uns mein GPS den Weg nach rechts wies. Dort jedoch war kein "Weg" im eigentlichen Sinne, eher ein Trampelpafd, welcher zugleich steil den Berg hinaufführte. Auf etwa 200 Metern Weg bewältigt man dort 30 Höhenmeter - doch recht anstrengend für ungeübte Wanderer. Wurzeln im Boden verhelfen dort Gott sei dank zu einem sicheren Tritt. Auf halbem Wege nach oben kam uns dort doch tatsächlich ein Mountainbiker entgegen, welcher von einer Begleitperson beim Downhill-Fahren gefilmt wurde. Ob er heile unten angekommen ist, weiss ich nicht ...
Pfarrkirche Seligenthal
Die Pfarrkirche Seligenthal
Oben angelangt und nach einer kurzen Rast erreichten wir dann endlich die Wahnbachtalsperre. Der 379 Meter lange Staudamm gewährt wunderschöne Blicke über den See und, zur anderen Seite blickend, über das bergische Land. Da man sich auch von der schönsten Aussicht einmal verabschieden muss, ließen wir die Staumauer hinter uns und bogen rechts in eine Straße ein, die wieder ein wenig steiler nach oben führte. Nach etwa 400 Metern erreichten wir schließlich eine große Wiese, auf der es von frei zugänglichen Apfelbäumen nur so wimmelt. Das konnten wir uns natürlich nicht entgehen lassen und so landeten ein paar Äpfel im Rucksack - Proviant muss ja sein. Aber nicht nur Apfelbäume, auch ein paar Leute genossen auf der Wiese den schönen Spätsommertag, der sich an dieser Stelle mit dem Duft eines Holzkohlegrills vermischte.
Das "Gut Umschoß" ist nur ein Steinwurf entfernt. Wenn man mal in den Genuss kommen sollte, mit dem Auto auf das Gut zuzufahren, kann man sich von einer wunderschönen Allee begrüßen lassen. Andererseits kann man die Allee jedoch auch als Wanderer bestaunen und nutzen. Dies dachten wir uns auch, sodass wir spontan unter einem Alleebaum eine kleine Rast einlegten und einen unserer erbeuteten Äpfel verkosteten. Knackfrisch und etwas sauer - genau so muss ein Apfel sein! Empfehlung für alle, die dort im Spätsommer wandern gehen wollen: Schälmesser mitnehmen!
Wärend wir den Apfel genossen, zog eine Gruppe junger Leute an uns vorbei, die uns nett grüßten und zuprosteten. Alle hatten ein Kölsch in der Hand, woraufhin einer zu uns meinte, dass sie (die Gruppe) durch das Kölsch einen guten Schritt hätten. Das sollten wir auch mal versuchen, statt einen Apfel zu essen. Danke, werden wir beim nächsten mal berücksichtigen ;-)
Rochuskapelle Seligenthal
Die Rochuskapelle in Seligenthal
Nach erfolgreicher Stärkung machten wir uns dann wieder auf den Weg. Das letzte Stück führte über asphaltierte Straße, die aber nur wenig befahren ist. Vorbei kommt man zu guter Letzt noch am Wasserwerk des Wahnbachtalsperrenverbandes, vor dem man seine Trinkflasche noch einmal mit frischen Wasser auffüllen kann.
Wenig später waren wir dann auch wieder an unserem Ausgangspunkt, dem Parkplatz Franzhäuschen, angekommen. Wenige Meter zurvor jedoch kamen und die jungen Kölschtrinker übrigens erneut entgegen.
Eine Rundwanderung entlang der Wahnbachtalsperre ist immer wieder ein Highlight. Schöne Natur, ein großer, ruhiger See und das alles nur 20 Minuten von Köln entfernt machen diese Gegend zu einem tollen Ziel für einen gelungenen Sonntagsausflug.
Nachstehend wie immer noch ein paar Fotos.


Johannesbrünnchen
Das Johannesbrünnchen ... oder besser das, was davon übrig ist
Ausblick
Der Ausblick von der Staumauer über das Bergische
Pilze
Komische Pilze wachsen am Wegesrand
Wasserbrunnen
Frischwasserbrunnen vor dem Wasserwerk

Liebe Grüße,
Timo Krause

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