Der Weg ist das Ziel: Ein Wandertag in der Eifel | Rastlos - Der Wanderblog

Donnerstag, 27. August 2015
Meine Bewertung:

Der Weg ist das Ziel: Ein Wandertag in der Eifel

Oh, wie singen deine Wälder,
oh, so traut sind Tal und Höhn´n,
Eifelland, du meine Heimat,
Eifelland, wie bist du schön!
Eifelpanorama
So heißt es im "Eifellied" von Bernhard Lemling.
Ob die Eifel wirklich so schön ist, das wollte ich am vergangenen Sonntag herausfinden. Ich war also das erste Mal in der Eifel wandern - genauer gesagt in der Nord-Eifel im Buntsandsteingebirge. Nach rund einer Stunde Fahrzeit war ich dann in Zerkall angekommen. Eine Stunde, so lang bin ich noch nie zu einer Wanderung gefahren. Das habe ich mir auch gedacht, als ich mein Auto auf dem Parkplatz abgestellt habe, wobei mir der Gedanke kam, dass heute der Satz "der Weg ist das Ziel" eine größere Bedeutung hat denn je. Denn wahrlich war der Wanderweg ja mein Tagesziel. Nun denn, genug philosophiert.

Der erste positive Eindruck entstand bei mir dadurch, dass es am Start-/Endpunkt eine Art Infocenter gab, in dem man sich über die Eifel und die Umliegenden Orte sowie Wander- und Radwege informieren konnte. Positiv gestimmt wanderte ich dann also los, immer entlang der Rur. Am "Gut Kallerbend", der ersten von zwei Einkehrmöglichkeiten, überquerte ich den Fluss, welchere übrigens in Belgien entspringt und nach ca. 165 km in Roermond (NL) in die Maas mündet, zum ersten Mal. Kurz hinter dem Gut geriet ich ins staunen, als ich vom satten Grün der Landschaft überwältigt wurde. Gepaart mit ein paar (vielen) Pferden am Wegesrand hätte dies durchaus ein wahrgewordener Mädchentraum sein können, wären da nicht die vielen Radfahrer, Spaziergänger und Mitwanderer gewesen, die den Weg gesäumt hätten. Nun, es war schönes Wetter, es gab einen asphaltierten Weg, was erwarte ich denn auch bitteschön anderes. Kurz nach der zweiten Rurüberquerung legte sich der Trubel dann aber ein wenig, da ich, brav meinem GPS folgend, den asphaltieren Weg hinter mir ließ und es ein wenig bergauf ging, wo der Weg letztlich auf einem schmalen Pfad zwischen einem Maisfeld und dem Waldrand entlang führte.
Waldkapelle
Die Waldkapelle Obermaubach
Bei mir setzt automatisch immer eine gewisse Ruhe und Gelassenheit ein, wenn ich asphaltierte Wege gegen Schotterpfade oder gar Waldboden eintauschen kann, sodass ich mich sehr freute, den Hauptweg verlassen zu dürfen. Direkt nach dem Maisfeld wanderte ich dann weiter über einen Waldlehrpfad bis zu einem Spielplatz, an dem der kleine Waldausflug auch erstmal wieder endete. Wieder entlang der Rur ging es vorbei am "Strepp am See", der zweiten Einkehrmöglichkeit, welche direkt am schönen Rurstausee liegt, bis zu den Serpentinen, die rauf zum Panoramaweg führen.
Zugegeben, ich freue mich ja immer über Wege, die das Wort "Panorama" in sich tragen, da ich mir immer fantastische Aussichten über grandiose Landschaften erhoffe (wow, ziemlich viele Superlative in diesem Satz). Nun, irgendwie hatte dieser Panoramaweg zwar das Potential zu wunderbaren Aussichten, jedoch hätten dafür einige Büsche und Sträucher am Wegesrand ein wenig gestutzt werden müssen. Hier sollte der Eifelverein Nideggen ggf. einmal nachbessern. Ein paar Stellen jedoch waren offen, sodass man von dort aus einen wunderbaren Blick über die Nordeifel erhaschen konnte.
Mitten auf dem Panoramaweg, der an dieser Stelle übrigens von der "Buntsandsteinroute" begleitet wird, liegt die kleine, wirklich sehr nett anzusehende "Waldkapelle Obermaubach", welche erst 1996 dort erbaut wurde. Ein paar Bänke vor und neben der Kapelle laden dort zur Rast ein.
Kurz nach der Kapelle wurde mir auch klar, wieso hier die "Buntsandsteinroute" verläuft, denn ab dort wird man, fast bis zum Ende der Tour, von den rötlich anmutenden Sandsteinen begleitet, die dem Tal sowie der Route ihren Namen gegeben haben. Auf Infotafeln erfährt man am Wegesrand eine Menge über die Entstehung der Felsen sowie den Artenreichtum, der in, um und auf den Felsen lebt. Einige der Felsen sind so groß und beeindrucken, dass man denken könnte, man hätte sich in die Alpen verirrt. Da ist es nicht verwunderlich, dass sie von örtlichen Kletterern kurzerhand zu den Mini-Alpen umfunktioniert und zum klettern verwendet werden.
Fels
Hat dieser Fels etwa ein Gesicht...?
Hinter jeder Abbiegung war ich aufs neue Überrascht davon, dass es immer und immer mehr Felsen gab, die scheinbar aus dem Nichts auftauchten und doch seit Jahrhunderten mitten im Wald stehen. Ich glaube, man muss wirklich einmal dort gewesen sein, um so viele verschiedene Landschaften innerhalb von 3-4 Stunden zu erwandern.
Von halbwegs flachen Ebenen und künstlichen Stauseen zu fast unberührter Natur, in der man die Kraft der Vulkane, die die Eifel einst geprägt haben, fast noch einmal spüren kann.
Am eingangs erwähnten "Gut Kallerbend" endet die Tour auch fast wieder. So kann man noch einmal einen Abstecher über die Weide machen um sich dann mit einem wohlverdienten Essen oder einem guten Bier wieder zu stärken.
Für mich war diese Tour ein Erlebnis. Nicht, weil sie landschaftlich schöner ist als das bergische Land oder das Sauerland, nein. Der Reiz lag für mich eher in der Vielfalt, die diese Tour zu bieten hatte. Von schönen Ausblicken und tiefhängenden Felsen war wirklich alles dabei. Daher erkläre ich diese Tour mal wieder zu einem Tourentipp.
Leider wollte meine Kamera an diesem Tag nicht allzu schöne Fotos machen, daher sind die folgenden Bilder von der Belichtung her nicht immer optimal.  Ich glaube, da muss ich mal ein ernstes Wort sprechen, so geht das nicht.

Rur
Die Rur fließt immer in der Nähe der Route
  
Der Weg
Zwischen Maisfeldern und Waldrändern führt der Weg entlang
 
Aussicht
Die ein oder andere Aussicht bietet der Panoramaweg

Klettern
Auch bei Kletterern sind die Bundsandteinfelsen beliebt

 
Wegweiser
Hier geht's lang, immer der 07 hinterher


Liebe Grüße
Timo Krause

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