Der Kölnpfad - ein ganz eigenes Stück Köln | Rastlos - Der Wanderblog

Sonntag, 10. Mai 2015
Meine Bewertung:

Der Kölnpfad - ein ganz eigenes Stück Köln

Eine Karte, die den Verlauf des Kölnpfads zeigt
Rundwanderwege gibt es viele. Durch Regionen, Gebirgszüge, Städte oder um Seenplatten. Aber das sich eine Großstadt einen eigenen Rundwander um sich herum leistet, ist schon eher seltener zu finden. Einer dieser Rundwanderwege um eine Stadt herum ist der Kölnpfad, der, wie der Name es schon vermuten lässt, um Köln herum führt. Auf 171 km lernt der Einheimische, aber auch der Immi (das sagt man in Köln zu "dazugezogenen") oder der Tourist die Metropole am Rhein einmal von einer anderen Seite kennen, fernab von Dom, Brauhäusern und Hohenzollernbrücke mit ihren Liebesschlössern.
Der 2008 eröffnete Kölnpfad ist in 11 Etappen gegliedert und bequem an allen Start- und Endpunkten an öffentliche Verkehrsmittel (die KVB oder S-Bahn) angebunden.

Ich selbst bin eigentlich eher durch Zufall auf den Kölnpfad gestoßen. Nach dem Tipp einer Arbeitskollegin, doch einmal eine Etappe des Pfads zu laufen, habe ich mich über den Kölnpfad informiert und bin gleich in die nächste Buchhandlung, um mir den Wanderführer (14,95 €) und die
passende Karte (9,95 €) zu besorgen.
Wenige Tage später ging es dann auch schon los mit der ersten und gleichzeitig längsten Etappe (22 km) von Köln-Rodenkirchen, über Weiß, Raderthal bis Klettenberg. Weiter führte der Weg bis hoch in den Norden der Stadt, an die höchste "Spitze" des Kölnpfads, an der man eine Rechtskehre einschlägt und den, fast mit dem Lineal gerade gezogenen, Rheindamm bei Worringen-Langel entlangwandert.

Rheindamm Worringen-Langel
Der Rheindamm bei Worringen-Langel
(nachbearbeitetes Foto)

Der Kölnpfad spiegelt alle Facetten wieder die Köln im gesamten als Stadt zu bieten hat. Von angenehm leisen und schönen Dingen wie dem Wald zwischen Schlebusch und Thielenbruch oder der ländlichen Wegen bei Esch und Auweiler, auf denen man sich fühlt, als wäre man im Sauelrand unterwegs, bis hin zu lauten und dreckigen Orten wie dem Wiener Platz oder dem Industriegebiet in Niehl mit seinem kleinen Containerhafen. Überall dort führt der Kölnpfad entlang und zeigt seinen Wanderern somit, wie schnell eine Großstadt ihr Gesicht wechseln kann.

Ich persönlich habe bis zum heutigen Tage 8 der insgesamt 11 Etappen erwandert und bereue keine einzige. Sicherlich habe auch ich Etappen gehabt, die ich, im Nachhinein betrachtet, mit dem Prädikat "braucht man nicht wirklich" auszeichnen würde, jedoch denke ich mir, dass auch solche Stellen einfach zu Köln dazugehören. Der Kölnpfad möchte seinem Erwanderer eben die Stadt in ihrer ganzen Pracht und mit ihrer Mischung darbieten und erreicht dies durch eine ganz eigene Art, sodass man ganz nebenbei sicherlich noch Orte und Stadtteile kennenlernt, die man zuvor noch nie betreten hat.

Zuletzt erwanderte ich die Etappe 8 von Thielenbruch nach Bensberg. Diese war für mich, mit großem Abstand, die bislang schönste Etappe des Kölnpfads und allen Wanderungen, die ich zuvor getätigt habe. Diese Tour war, auch wenn sie zu großen Teilen nicht auf Kölner, sondern auf Bergisch-Gladbacher Stadtgebiet liegt, an Abwechslungsreichtum und Naturschauspielen kaum zu überbieten. Von alten Tagebaugruben bis zu ländlichem Bauernhoffeeling war alles dabei, was das Wandererherz begehrt. Mein persönliches Highligt auf dieser Etappe war "Bergisch-Gladbachs erste Milchtankstelle", an der man sich für ganz kleines Geld frische, gekühlte Milch direkt vom Bauernhof zapfen kann. Für alle, die nicht gerade an einer Laktoseintoleranz leiden, ein absoluter Hochgenuss (versprochen)!
Schloß Bensberg
Schloss Bensberg, der Endpunkt und
das Highlight der 8. Etappe



Diese Etappe sind 18 km purer Wanderspaß mit mittlerem Anspruch, wobei es doch mindestens zwei Steigungen, besonders die letzte rauf zum Schloss Bensberg, ziemlich in sich haben. Nach getaner Arbeit jedoch kann man sich am besten direkt ins Schlossportal stellen und zum einen den Traumhaften Anblick des Schlosses, noch besser jedoch die Aussicht "ins Tal" genießen, mit direktem (!) und frontalem Blick auf den Kölner Dom. Sitzgelegenheiten direkt neben dem Eingangsportal laden zum Verweilen und "Aussicht genießen" ein.
Diese Etappe kann man auch durchaus ausserhalb des Kölnpfads einmal erwandern, sodass ich an dieser Steller gern auf den GPS-Track dieser Etappe verlinke, den man, wie übrigens auch alle anderen GPS-Tracks und Kurzinformation zu den einzelnen Etappen, kostenlos auf der Seite des Kölner Eifelvereins erlangen kann, welche ich hier auch gern verlinke.
Für mich als (Wahl-) Kölner ist der Kölnpfad die perfekte Symbiose zwischen Wanderspaß, Heimatkunde und Tagesausflug, welche in dieser Form im Rheinland sicher einzigartig ist. Aus diesem Grund möchte ich den Kölnpfad zum ersten offiziellen Wandertipp dieses Blogs kühren und empfehle ihn somit jedem, der gern einmal mehr über die schöne(re)n Seiten Kölns erfahren möchte.

Da ich mich kurzfristig dazu entschlossen habe, meine Wandererlebnisse in diesem Blog mit anderen zu teilen, kann ich leider keine Fotos vorangegangener Etappen vorweisen. Nachstehend daher einige Fotos der 8. Etappe. Künftig werde ich nach den weiteren Etappen (drei fehlen ja noch) weitere Etappenberichte sowie Fotos hier veröffentlichen.



Schloß Bensberg
Das Portal des Schlosses Bensberg mit direktem Blick
auf den Kölner Dom
(im Bildmittelpunkt zu erkennen)

Haltestelle Thielenbruch
Der Startpunkt der 8. Etappe: Die KVB-Haltestelle Thielenbruch

Grube Cox
Grube Cox mit kristallklarem Wasser


Milchtankstelle
Bergisch-Gladbachs erste Milchtankstelle
Wanderweg mit Ausblick
Fast wie in den Bergen - nur mit Köln im Hintergrund

Aussicht an der Rochuskapelle
Aussichtspunkt an der 1684 erbauten Rochuskapelle

Wurzelwunderwerk
Wurzel-Wunderwerk


Liebe Grüße
Timo Krause
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